Wien, um 1800
- signiert
- "Ph. Fertbauer in Wien"
- Uhrmacher
- Philipp Fertbauer
- Wien, *1763, 1795 Meister, 1805 Schätzmeister, †1820
- Gehäuse
- Mahagoni furniert und politiert, ebonisierte Obstholzintarsien
- Zifferblatt
- Email, kleine Sekunde
- Werk
- glasgekapseltes Präzisionswerk, Scherengang, ovales, hinter dem Pendel geführtes Gewicht
- Technik
- Gangdauer 8 Tage
- Höhe
- 56 cm
Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Hans von Bertele, Wien
Philipp Fertbauer gilt als der beste Uhrmacher der österreichischen Monarchie in der Zeit um 1800. Der Stadt- und Großuhrmacher wurde 1795 Meister, 1804 Obervorsteher der Wiener Großuhrmacher und 1805 Schätzmeister. Seine präzisen Zeitmesser waren unverzichtbare Messgeräte für die Sternwarten des Habsburgerreiches, wie etwa die Observatorien von Wien, Kremsmünster und Budapest. Laut Stephan von Keeß wurden Fertbauers Uhren in der Wiener k.k. Sternwarte geprüft und befunden, dass sie „beynahe keiner Verbesserung mehr fähig waren“.
Die vorliegende kleine Laterndluhr des berühmten Meisters hat trotz ihrer zarten Dimensionen mit einer Höhe von nur 56 cm die lange Gangdauer von 8 Tagen. Die hohe Qualität dieses besonders feinen Präzisionswerks mit – bei Wanduhren höchst seltenem – Scherengang wird durch die zum Schutz gefertigte Glasverkapselung unterstrichen. Das Gewicht ist, wie bei den meisten Wanduhren Fertbauers, hinter dem Pendel geführt.
Dieser hervorragende Zeitmesser verdeutlicht das außergewöhnliche Können Philipp Fertbauers, der auch bei kleinsten Ausführungen auf feinste Umsetzung der Werkstechnik bedacht war. Mit solch hochwertigen Regulatoren trieb er die Entwicklung der Wiener Laterndluhren maßgeblich voran. Dieser Uhrentypus sollte dank überragender Meister wie Philipp Fertbauer für seine bemerkenswerte Präzision und eleganten Gehäuse Weltruhm erlangen und Wien zu einem internationalen Zentrum der Uhrmacherkunst aufsteigen lassen.
