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Hochmuseale Laterndluhr mit Wiener 4/4-Schlagwerk und Indikationen „Fertbauer in Wien“

Hochmuseale Laterndluhr mit Viertelstundenschlag und Indikationen Fertbauer in Wien

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Wien, um 1800

signiert
"Fertbauer in Wien"
Uhrmacher
Philipp Fertbauer, Wien
*1763, bürgerlicher Meister 1785-1815, 1805 Schätzmeister, †1820
Gehäuse
Mahagoni furniert und politiert, feuervergoldete Perlstableisten, Balustraden-Bekrönung, Vasendekor
Zifferblatt
Email, kleine Sekunde und Anzeige von Datum und Wochentag
Werk
glasgekapseltes Präzisions- werk mit speziellem, in die Pendelstange integriertem Anker – sog. „Fertbauer’sche Hemmung“, Sekundenpendel, Schneidenaufhängung, drei Gewichte – hinter dem Pendel geführt, Wiener 4/4-Schlag auf Glocken, Repetition, Schlagabstellung, Gangdauer 8 Tage
Höhe
140 cm

vgl.: Uhrenmuseum Wien, Inv.-Nr. U2915.
Sammlung Sobek, Geymüllerschlössel Wien, Inv.-Nr. 1503.
E. v. Bassermann-Jordan/H. v. Bertele: Uhren, Würzburg 1969, S. 450, Abb. 347a.
F. Kaltenböck: Die Wiener Uhr, München 1988, S. 189, Abb. 410.

Philipp Fertbauer gilt als der beste Uhrmacher der österreichischen Monarchie in der Zeit um 1800. Der Stadt- und Großuhrmacher wurde 1795 Meister. 1804 wird er als Obervorsteher der Wiener Großuhrmacher genannt und 1805 zum Schätzmeister erhoben. Seine präzisen Zeitmesser waren unverzichtbare Messgeräte für die Sternwarten des Habsburgerreiches und fanden sich u.a. in den Observatorien von Wien, Kremsmünster und Budapest. Laut Stephan von Keeß wurden Fertbauers Uhren in der Wiener k.k. Sternwarte geprüft und befunden, dass sie „beynahe keiner Verbesserung mehr fähig waren“.

Die vorliegende hochmuseale Laterndluhr dieses berühmten Meisters ist ein Zeitmesser höchster Qualität und ein besonderes Stück Wiener Uhren-Geschichte. Die frühe Wanduhr weist viele der typischen Eigenheiten der Uhren dieses Meisters auf, wie ein glasgekapseltes Präzisionswerk, eine Gangdauer von acht Tagen, hinter der Pendelstange geführte Gewichte und vor allem die spezielle „Fertbauer’sche Hemmung“. Bei dieser ist der Anker direkt in die Pendelstange integriert. Das Pendel wird unmittelbar durch die Hemmung angetrieben, was die Reibungs- und Energieverluste deutlich minimiert.

Das elegante Gehäuse mit edlem Mahagonifurnier zieren feuervergoldete Perlstableisten. Das Email-Zifferblatt dient neben der Zeitanzeige auch der Indikation von Sekunde, Datum und Wochentag. Die drei Gewichte betreiben das Gehwerk wie auch das Stunden- sowie Viertelstundenschlagwerk. Vergleichbare Zeitmesser Philipp Fertbauers befinden sich im Wiener Uhrenmuseum sowie in der Sammlung Sobek im Geymüllerschlössel Wien.