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Reiseuhr „Merkur“ mit Füllhörnern

Reiseuhr Wien mit Füllhörnern und Merkur Hermes

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Wien, erstes Viertel 19. Jahrhundert

Gehäuse
Bronze guillochiert und feuervergoldet, Bekrönung in Form des Gottes Merkur (Hermes), vier Füllhörner mit Knabenfiguren
Zifferblatt
Bronze guillochiert und feuervergoldet, Ziffernring Email
Werk
Spindelgang, Rubinlager Wiener 4/4-Schlag auf Tonfedern, Repetition, Schlagabstellung, Wecker auf Glocke
Höhe
22,5 cm

vgl.: P. Fritsch: Wiener Reiseuhren, Wien 2010, S. 187.

Diese elegante Wiener Reiseuhr aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts besticht durch die außergewöhnliche figurale Gestaltung des feuervergoldeten Bronzegehäuses: Die Gehäusetrommel ruht auf äußerst seltenen Trägerfiguren in Form vierer tordierter Füllhörner mit Knabenfiguren. Diese fantasievolle Variante der Gehäuseträger ist uns nur durch eine einzige weitere Reiseuhr in der Fachliteratur bekannt.

Als Bekrönung dient der Götterbote Merkur (griech. Hermes), der sich durch seinen geflügelten Helm und die Attribute Caduceus (Hermesstab), Handelswaren und Geldbeutel eindeutig als solcher zu erkennen gibt. Der scharfsinnige Gott des Handels, der Kaufleute und der Reisenden galt in der Antike als Überbringer von Glück und Wohlstand.

Die rechteckige Basis mit Kugelfüßen ist, wie auch die Gehäusetrommel, kunstvoll guillochiert. Das ebenfalls guillochierte Zifferblatt ist mit einem Email-Ziffernring mit arabischen Zahlen versehen. Neben dem Stunden- und Minutenzeiger besitzt es einen dritten Zeiger, der zum Stellen des Weckers dient. Zu jeder Viertelstunde ertönt der sogenannte Wiener 4/4-Schlag – eine spezielle Form des Schlagwerks, welche nicht nur die Viertelstunde akustisch bekannt gibt, sondern auch die letzte volle Stunde. Die Schlagabstellung – ein kleiner Hebel oberhalb des Zifferblattes – erlaubt es jedoch das Schlagwerk zum Stellen der Uhrzeit oder auch für die Nachtruhe jederzeit aus- und wieder einzuschalten. Viertelstunde und die ganze Stunde werden auf Tonfedern geschlagen, der Wecker ertönt mithilfe einer Glocke.

Diese besonders feine Wiener Uhr, welche möglicherweise einst von einem hochrangigen Handelsreisenden des Habsburgerreiches in Auftrag gegeben wurde, ist ein außergewöhnliches Stück des frühen 19. Jahrhunderts und war schon zum Zeitpunkt ihrer Fertigung eine absolute Kostbarkeit.