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Reiseuhr der Laxenburger Gotik

Reiseuhr der Laxenburger Gotik

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Wien, zweites Viertel 19. Jahrhundert

Gehäuse
Bronze guillochiert und feuervergoldet
Zifferblatt
Bronze guillochiert und feuervergoldet
Werk
Spindelgang, Wiener 4/4-Schlag auf Tonfedern, Repetition, Schlagabstellung, Wecker auf Tonfeder
Höhe
24,5 cm

Die Laxenburger Gotik ist eine österreichische Strömung der Neugotik der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Bezeichnung verweist auf den beeindruckenden „Rittergau“, welchen sich Kaiser Franz I. von Österreich im Schlosspark der Sommerresidenz Laxenburg ab 1798 errichten ließ. Das Herzstück ist die auf einer Insel gelegene Franzensburg, die dem Kaiser als privater Rückzugsort diente. Wie auch einige andere Fürsten der Zeit um 1800 adaptierte Franz I. den in England entstandenen neogotischen Stil für seine Bauprojekte und Inneneinrichtungen. Das Ziel war eine Rückbesinnung auf das romantisierte Mittelalter, eine Zeit vor der französischen Revolution, auf eine traditionelle Ständeordnung mit dem gottgewollten Herrscher an ihrer Spitze. Die Formensprache ist zart und feingliedrig, oft an stark geschwungene spätgotische Formen angelehnt und von höchster Eleganz.
Die vorliegende Reiseuhr verdeutlicht den großen Einfluss der Laxenburger Gotik auf das Wiener Kunsthandwerk. Das Gehäuse aus guillochierter und feuervergoldeter Bronze hat einen nahezu architektonischen Aufbau. Auf einer sockelartigen Basis befinden sich vier Säulchen, welche die Gehäusetrommel sowie den darüber befindlichen Baldachin tragen. Das durchbrochen gearbeitete, äußerst variantenreiche Maßwerk verleiht dieser Reiseuhr eine luftige Leichtigkeit. Der kielbogenförmige Abschluss ist mit Krabben verziert. Als Bekrönung dient ein dreipassförmiger Griff. Das Werk mit Wiener 4/4-Schlag und Weckfunktion, montiert in einem außerordentlich fein gearbeitetem Gehäuse ist ein wunderbares Beispiel der großartigen handwerklichen Fähigkeiten der österreichischen Meister des 19. Jahrhunderts.
Eine nahezu idente Reiseuhr ist in Frederick Kaltenböcks Standardwerk „Die Wiener Uhr“ publiziert und abgebildet.