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Museale Empireuhr mit Wochengang „Michael Schmidt in Wien“

Museale Empireuhr mit Wochengang Michael Schmidt in Wien

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Wien, erstes Viertel 19. Jahrhundert

signiert
"Michael Schmidt in Wien"
Uhrmacher
Michael Schmidt, Wien
*1772, erw. 1811, †1826
Gehäuse
Bronze guillochiert und feuervergoldet, Trägerfiguren in Form zweier Delphinpaare, Bekrönung: Adler mit Schlange
Zifferblatt
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Werk
Ankergang, Wiener 4/4-Schlag auf Glocken, Repetition, Schlagabstellung, Datumsanzeige,
Technik
Gangdauer 1 Woche
Höhe
63 cm

vgl.: Sammlung Sobek, Wien, Inv.-Nr. 1525.
F. Kaltenböck: Die Wiener Uhr, München 1988, S. 158, Abb. 326.
K. Maurice: Die deutsche Räderuhr, Bd. II, München 1976, Abb. 1088.
Tardy: La Pendule Francaise, Band III, Paris 1974, S. 659.

Diese beeindruckende Kommodenuhr zählt zu den Spitzenobjekten der Wiener Uhrmacherkunst des frühen 19. Jahrhunderts. Feuervergoldete Bronzegehäuse waren an sich schon einer gehobenen, meist adeligen Klientel vorbehalten. Die imposante skulpturale Ausführung des Gehäuses und das meisterliche Werk mit der langen Gangdauer von einer Woche machen diesen Zeitmesser jedoch zu einem absoluten Luxusobjekt dieser Zeit.

Zwei detailreich ausgeführte feuervergoldete Delphinpaare fungieren als Träger der fein guillochierten Gehäusetrommel. In der griechischen Mythologie dienten die Meeressäuger dem Gott Poseidon und wurden von Venus, Amor sowie den Meeresnymphen als Reit- und Zugtiere verwendet. Delphine standen außerdem für Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, da sie als Retter von Menschen in Seenot galten. Auch die figurale Bekrönung in Form eines Adlers mit Schlange hat eine mythologische Bedeutung, denn sie ist ein Sinnbild für den Sieg des Guten über das Böse.

Das Uhrwerk mit Ankergang und Wiener 4/4-Schlagwerk auf Glocken hat auch eine Datumsanzeige. Das große Können des Wiener Uhrmachers Michael Schmidt wird durch die Ausführung des Werks mit langer Gangdauer in Verbindung mit dieser komplexen Variante des Viertelstundenschlagwerks unterstrichen.

Eine Uhr mit nahezu identem Gehäuse befindet sich in der renommierten Sammlung Sobek (Geymüllerschlössel Wien, Inv.-Nr. 1525) und ist mehrfach in der Fachliteratur publiziert.