Wien, erstes Viertel 19. Jahrhundert
- Gehäuse
- Bronze graviert und feuervergoldet, feuervergoldete Bronzeapplikationen in Form von Laubwerk, Lyren und einer szenischen Darstellung: Apollo lehrt Orpheus des Lyra-Spiel; vier Löwenfüße, Schlangenvasen-Bekrönung
- Zifferblatt
- guillochiert und feuervergoldet,
Ziffernring Email - Werk
- Ankergang, Wiener 4/4-Schlag auf Tonfedern Repetition, Datumsanzeige
- Höhe
- 31 cm
vgl.: Uhrenmuseum Wien, Inv. Nr. UI73
Das Empire ist die letzte große Stilphase des Klassizismus. Während diese Epoche in Frankreich eng mit der Herrschaft von Napoleon Bonaparte und dessen persönlichen Vorlieben verbunden ist, entwickelte sich in Österreich eine eigenständige Variante, die etwas leichter und eleganter wirkt und von klaren Formen geprägt ist. Sowohl das Ornament als auch die figuralen Darstellungen beziehen sich auf die Kunst und Mythen der griechischen und römischen Antike.
Die hier gezeigte feine Wiener Kommodenuhr ist ein wunderbares Beispiel für die österreichische Spielart des Empire. Das kostbare Gehäuse aus feuervergoldeter Bronze weist eine architektonische Gliederung in mehrere Zonen auf. Die rechteckige Basis mit Löwenfüßen und Palmettenfries ziert eine zwischen kleinen Pfeilern gespannte Kette. Darüber befindet sich das schmale Werkgehäuse und schließlich der Aufsatz mit Rundgiebel, Balustern und Schlangenvasen-Bekrönung. Feuervergoldete vegetabile Eckspandrillen rahmen das Zifferblatt. Auf den Seiten sind feuervergoldete Lyra-Applikationen angebracht. Im Bogenfeld des Aufsatzes lässt sich eine szenische Darstellung entdecken. Sie zeigt Apollo, wie er Orpheus im Spielen der Lyra unterweist. Die Rückseite des Werkgehäuses ist mit durchbrochen gearbeitetem Rankenwerk gestaltet und mit einer feuervergoldeten Bronzeapplikation in Form eines Adlers mit Lorbeerkranz geschmückt.
Eine Wiener Empireuhr mit vergleichbarem Gehäuse befindet sich in der Sammlung des Uhrenmuseums Wien (Inv. Nr. UI73).
