Prag, Mitte 18. Jahrhundert
- signiert
- "Wenceslaus Wilfarth Prag" (sign. auf Fronton und Platine)
- Uhrmacher
- Wenzeslaus Wilfar(d)t(h), Prag
- tätig ca. 1740-1780
- Gehäuse
- Obstholz ebonisiert und politiert, feuervergoldete Rokoko-Bronzeapplikationen, Bekrönung in Form der Jagdgöttin Diana
- Zifferblatt
- Fronton graviert und feuervergoldet, feuervergoldete Eckspandrillen, Ziffernring versilbert, versilberte Hilfszifferblätter für Abstellung von Schlag und Repetition,
- Werk
- Spindelgang mit Saite und Schnecke, Wiener 4/4-Schlag auf Glocken, Anzeige von Datum, Mondphase und Monddatum
- Höhe
- 67 cm
Diese erlesene Barockuhr ist ein Werk des bekannten Prager Uhrmachers Wenzeslaus Wilfarth. Prag war im 18. und 19. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Uhrmacherkunst im Habsburgerreich. Die Gehäuse der böhmischen Stockuhren unterscheiden sich dabei etwas von den zur gleichen Zeit in Wien entstandenen Zeitmessern. Prager Barockuhren haben meist stark geschwungene, baldachinartige Aufsätze, die in Fachkreisen auch als „Prager Dachl“ bezeichnet werden. Besonders fantasievoll gestaltete feuervergoldete Bronzeapplikationen runden das Gesamtkunstwerk optisch ab.
Die vorliegende Barockuhr hat ein prunkvolles Gehäuse aus ebonisiertem und politiertem Obstholz mit zahlreichen feuervergoldeten Applikationen in Form von ornamentalem Rokoko-Muschelwerk und Rokoko-Vasen. Als Bekrönung dient eine Darstellung der Jagdgöttin Diana (griech.: Artemis). Das detailreich gravierte und feuervergoldete Fronton schmücken florale Eckspandrillen. Innerhalb des versilberten Ziffernringes befindet sich ein kleines Sichtfenster für die Datumsanzeige. Im Bogenfeld sind zwei versilberte Hilfszifferblätter für die Abstellung von Schlag und Repetition zu erkennen. Eine besondere Raffinesse ist die Anzeige der Mondphase. Mithilfe einer bemalten, sich drehenden Scheibe wird die aktuelle Lichtgestalt des Mondes dargestellt. Der versilberte Ziffernbogen dient der Anzeige des entsprechenden Monddatums.
Dieser museale barocke Zeitmesser mit prächtiger Gehäuse-Gestaltung und seltener Mondphase ist eine höchst qualitätsvolle Arbeit der Prager Uhrmacherkunst des 18. Jahrhunderts.
