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Wiener Wanduhr – Jahresuhr „Ratzenhofer in Wien“

Wiener Wanduhr – Jahresuhr Ratzenhofer in Wien

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Wien, erste Hälfte 19. Jahrhundert

signiert
"Ratzenhofer in Wien"
Uhrmacher
Johann Baptist Ratzenhofer, Wien
*1812, 1838 Meister, †1859
Gehäuse
Mahagoni furniert und politiert, lineare Buchsbaum- intarsie, korinthische Kapitelle, runder Ziergiebel mit Ochsenaugenleiste
Zifferblatt
versilbert, kleine Sekunde,
Inschrift „6 Löcher und Hemmung von Stein“
Werk
glasgekapseltes Präzisions- werk mit sechs gedeckten Stein-Lagern (= „Löcher“), Grahamanker mit Diamant- paletten, Sekundenpendel mit Federaufhängung, exzentrisches, ovales Gewicht – hinter dem Pendel geführt
Technik
Gangdauer 1 Jahr!
Höhe
157 cm

Wiener Jahresuhren der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind äußerst rar und stellen eine technische Spitzenleistung ihrer Epoche dar. Selbst in F. Kaltenböcks Standardwerk der Wiener Uhrmacherkunst findet sich nur eine Handvoll authentischer Wanduhren mit Jahresgang und auch in unserer mehr als 45-jährigen Arbeit mit Wiener Zeitmessern ist uns nur eine kleine Zahl dieser meisterlichen, seltenen Exemplare bekannt geworden.

Die Fertigung eines eleganten Uhrwerks mit Jahresgang blieb nur einigen wenigen begnadeten Könnern vorbehalten. Jegliche Reibungsverluste des Räderwerks mussten so klein wie möglich gehalten werden. Zum Schutz vor Verschmutzung, welche die Präzision wiederum beeinträchtigen könnte, verkapselte man besondere Werke in Glas. Die vorliegende prachtvolle Jahresuhr besticht durch ein fein gearbeitetes Werk mit gedeckten Steinlagern und einen Anker mit Diamantpaletten. Solch ein kunsthandwerkliches Meisterwerk krönt nicht nur jede Sammlung bedeutender Wiener Zeitmesser der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern war auch für das Lebenswerk des Meisters von größter Bedeutung.

Der berühmte Uhrmacher Johann Baptist Ratzenhofer, einer der besten seiner Zeit, wurde 1812 in Wien als Sohn des Uhrmachermeisters Mathias Ratzenhofer geboren, erhielt 1838 den Meistertitel und übernahm 1841 den väterlichen Betrieb. Auf der Wiener Gewerbeausstellung 1845 präsentierte er „eine jährlich einmal aufzuziehende Pendeluhr“. Möglicherweise handelt es sich bei jenem in den zeitgenössischen Quellen vermerkten Zeitmesser gar um die vorliegende bedeutende Jahresuhr.