Lilly's Art

EN

Zurück zur Kategorie Sanduhren, Besonderheiten.

Museale Kanzeluhr

Museale Kanzeluhr

Bild vergrößern

Österreich oder Deutsch, um 1680

Gehäuse
Birkenholz geschnitzt, Reste der originalen Fassung, durchbrochen gearbeitete Einsätze aus Maché, drehbare Aufhängung, vier originale mundgeblasene Stundengläser
Höhe
28,5 cm

Mehrteilige Sanduhren, sogenannte Kanzeluhren, stammen aus einer Zeit, in der sich kirchliche Predigten oft über Stunden zogen, wodurch die Gläubigen – sehr zum Unmut des Adels – entsprechend lange von ihrer Arbeit abgehalten wurden. Aus diesem Grund brachte man jene speziellen, meist aus vier Stundengläsern bestehenden, Sanduhren zur Regulierung der Predigtzeit direkt bei der Kanzel an. Mithilfe einer zentralen Öffnung in der Rückwand waren sie drehbar montiert, damit der Priester sie am Beginn der Predigt wenden konnte. Die einzelnen Gläser weisen unterschiedliche Durchlaufgeschwindigkeiten auf, wodurch die Unterteilung in kleinere Zeiteinheiten ermöglicht wurde.

Nur wenige dieser ungewöhnlichen Sanduhren haben die Jahrhunderte überdauert – eine davon ist die vorliegende museale Kanzeluhr aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sie besteht aus vier originalen Stundengläsern, gefüllt mit hellem Sand und einem feingliedrig geschnitzten Gehäuse mit tordierten Säulchen und kunstvollen, durchbrochen gearbeiteten ornamentalen Papiermaché-Einsätzen.
Das Stadtmuseum Berlin verfügt über eine kleine Sammlung vergleichbarer Kanzeluhren (Inv. Nr. VI 858, VI 681, KH 98/242 UH).