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Museale Madonna auf der Mondsichel, Hans Leinberger, Umkreis

Museale Madonna auf der Mondsichel Hans Leinberger, Umkreis Österreich oder süddeutsch, um 1520

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Zeit
Österreich/süddeutsch, um 1520
Material
Lindenholz dreiviertelrund geschnitzt, weitestgehend originale Fassung, Vergoldung und Versilberung, teils Lüsterfassung
Höhe
116 cm

Die vorliegende meisterliche Mondsichelmadonna ist ein Paradebeispiel für die erstklassige Bildhauerkunst der Dürerzeit. Diese spannende Periode am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance prägte ein reger künstlerischer Austausch, sowohl durch die gut vernetzten und viel gereisten Bildschnitzer selbst als auch durch die weit verbreiteten Stichwerke begnadeter Kupferstecher.

Die reiche Kleidung und der Schleier der Gottesmutter sind in zahlreiche tiefe Falten gelegt. Die unter dem Saum hervorlugende Mondsichel ist entsprechend mittelalterlicher Tradition mit einem männlichen Antlitz wiedergegeben. Das lange Haar Mariens ist besonders fein geschnitzt und in raumgreifende Locken gelegt. Sowohl die Gesichtszüge der Madonna als auch die reiche Faltendrapierung lassen uns diese ausgezeichnete Skulptur im Umkreis des bedeutenden Bildschnitzers Hans Leinberger verorten.

Leinberger, einer der einflussreichsten Bildhauer der Spätgotik, wurde vermutlich um 1470/80 im Nürnberger Raum geboren und war vornehmlich im südlichen Bayern und Tirol tätig. 1514 schuf er eine der berühmten Bronzeskulpturen für das Grab Kaiser Maximilian I. in Innsbruck. Die hier gezeigte Mondsichelmadonna steht Leinbergers thronender Muttergottes von Polling/Bayern stilistisch am nächsten. Weitere Stilparallelen lassen sich außerdem zu Werken der Donauschule feststellen, wie etwa der Mondsichelmadonna von Weissenkirchen in der Wachau.

Mit hier gezeigter Madonna schuf der unbekannte Meister im Wirkkreis des Hans Leinberger ein herausragendes Werk der grenzübergreifenden, europäischen Spätgotik der Dürerzeit.