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Kahrer, Max

Max Kahrer Winter beim Käferkreuzwäldchen in Klosterneuburg

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1878 Temesvar/Ungarn – 1937 Klosterneuburg/Niederösterreich

Titel
„Winter beim Käferkreuzwäldchen“ in Klosterneuburg
Zeit
1935
signiert
rechts unten: "Max Kahrer 1935", verso bezeichnet
Technik
Öl auf Holz
Maße
45×66 cm

Der elegante Ölberg ist wohl eine der gefragtesten Adressen des Wiener Umlandes. Es handelt sich um einen Teil des Eichbergs – einer Erhebung des Wienerwalds im Ortsgebiet von Klosterneuburg. Diese Ansicht des renommierten Malers Max Kahrer – einer der berühmtesten Künstler der Babenbergerstadt – entstand im Jahr 1935 und zeigt den Blick von der am Ölberg gelegenen Holzgasse auf das Wäldchen des sogenannten „Käferkreuzes“.

Das Käferkreuz ist eine barocke Mariensäule, die 1675 nach einer verheerenden Insektenplage inmitten der damaligen Weinberge und Felder errichtet wurde. Der auf dem Bildstock befindlichen Inschrift zufolge soll es „vor Schauer, Käfer, Gefrier, Pestilenz und Feindesgefahr“ schützen. Die Säule befindet sich in einem kleinen Wäldchen am oberen Ende der Käferkreuzgasse – eines einstmals wichtigen Verbindungsweges nach Hadersfeld – und war Ziel alljährlicher Prozessionen.

Das Gemälde zeigt den tiefverschneiten Ölberg, heute dicht bebautes Siedlungsgebiet, als romantische Waldlandschaft mit vereinzelten Gärten und einem alleinstehenden Häuschen. Dieses scheint jedoch ganzjährig bewohnt worden zu sein, steigt doch aus seinem Schornstein Rauch auf – ein heimeliger Rückzugsort inmitten des winterlichen Wienerwaldes. Mit subtiler Pinselführung verlieh der geniale Landschaftsmaler Max Kahrer der dunkelgrünen Wand der Baumwipfel eine ungemein realistische Struktur und zauberte Wechten und Wagenspuren in den Schnee. In dem für jene Schaffensphase typischen gedämpften Kolorit schuf der Künstler ein Werk, das sich durch seine ausschnitthafte Komposition als mehr als eine reine Ansicht zu erkennen gibt. Stets brachte er in seine menschenleeren Landschaften sein Gemütsleben, seine aktuelle Gefühlswelt ein. Kahrer selbst definierte große Kunst im Zuge einer Egon Schiele-Gedenkausstellung des Hagenbundes als „ein einzigartiges Epos auf das innere Erleben“.

Max Kahrer studierte zunächst Malerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste unter Franz Rumpler und führte seine Studien 1913/14 in München fort. 1905/06 trat er dem Hagenbund bei. 1903 zog Kahrer nach Klosterneuburg und gründete die dortige Künstlergruppe „Verein heimischer Künstler in Klosterneuburg“. Von 1908 bis 1937 waren seine Werke in insgesamt 16 Ausstellungen vertreten. Gemeinsam mit Egon Schiele, Ludwig Karl Strauch oder Franz Rumpler bestimmte Kahrer das Kunstleben in Klosterneuburg um und nach der Jahrhundertwende wesentlich. Egon Schiele fertigte mehrere Porträts von seinem Mentor und Freund Max Kahrer und bespielte mit diesem 1908 eine Kollektivausstellung im Marmorsaal des Stiftes Klosterneuburg. Heute befinden sich Kahrers Werke in den Sammlungen des Belvederes und des Wien Museums.