Lilly's Art

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Ribarz, Rudolf

Rudolf Ribarz Tulpen und Kornblumen

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1848 – Wien – 1904

Titel
„Tulpen und Kornblumen“
Zeit
um 1892
signiert
signiert links unten sowie verso „Ribarz“, verso Etikett mit Nummerierung „146“
Technik
Öl und Tempera auf Karton
Maße
65×45 cm

Die berühmten Künstler und Künstlerinnen des Stimmungsimpressionismus gelten heute als die gesuchtesten Meister der österreichischen Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Diese Strömung der plein-air-Malerei war geprägt von atmosphärischer Lichtstimmung und einem emotionell-intimen Naturverständnis. Neben Emil Jakob Schindler, Carl Moll, Olga Wiesinger-Florian, Tina Blau und Marie Egner zählt Rudolf Ribarz zu den zu Lebzeiten erfolgreichsten Vertretern dieser Stilrichtung.

Geboren 1848 in Wien, studierte Ribarz von 1864 bis 1869 Malerei bei Albert Zimmermann an der Akademie der bildenden Künste. Nach einem Studienaufenthalt in Brüssel und einer gemeinsamen Ausstellung mit Meistern der „Haager Schule“ zog Ribarz 1876 nach Paris, wo er die nächsten 16 Jahre leben und arbeiten sollte. In engem Kontakt mit der „Schule von Barbizon“ stehend, folgte bald der internationale Durchbruch mit einer regen Ausstellungstätigkeit (Paris, Berlin, München, Venedig, Wien und Weltausstellungen Paris, Chicago und Antwerpen). 1892 kehrte Ribarz in seine Heimatstadt zurück, wo er an der Kunstgewerbeschule eine Professur für Blumenmalerei innehatte.

Aus den späteren Pariser Jahren stammt auch das vorliegende, meisterlich gemalte Stillleben mit Tulpen und Kornblumen. Die reduzierte luftige Komposition zeigt den Einfluss des Japonismus, welcher von Paris aus die Welt eroberte. Das Ikebana-artig arrangierte florale Motiv befindet sich vor einem nicht näher definierten Hintergrund. Hier kommt wohl das Prinzip des „Ma“, des leeren Raums, zu tragen. In der japanischen Tuschemalerei waren die ungestalteten Partien der Komposition mit dem Motiv gleichrangig. Sie luden zum meditativen Versinken und zur kontemplativen Einbringung des Betrachtergeistes ein. Das vortreffliche Blumenstück zeugt von Rudolf Ribarz’ Fähigkeiten als modernem, naturalistischem Stilllebenmaler, sensiblem Koloristen und feinfühligem Naturbeobachter.