1878 Temesvar – 1937 Klosterneuburg
- Titel
- „Ruine Werfenstein bei Grein“
- Zeit
- 1916
- signiert
- und datiert rechts unten "M. Kahrer 1916", verso signiert, datiert und bezeichnet "Donauenge bei Struden"
- Technik
- Öl auf Leinwand
- Maße
- 74,5 × 80 cm
abgebildet in: C. Simacek/J. Scharl: Max Kahrer. Leben und Werk, Klosterneuburg 1999, S. 95.
Mit subtil-pastoser Pinselführung in typischem Kolorit schuf Max Kahrer mit vorliegendem Werk von 1916 eine sonnendurchflutete Donaulandschaft mit der Burg Werfenstein. Die schmale Uferstraße führt den Blick gekonnt in die Tiefe der Komposition. Das stimmungsvolle Gemälde ist mehr als eine reine Ansicht. Stets brachte Kahrer seine aktuelle Gefühlswelt in seine menschenleeren Landschaftsbilder ein. Er selbst definierte große Kunst als „ein einzigartiges Epos auf das innere Erleben“.
Burg Werfenstein thront über der Ortschaft Struden im Strudengau, einem wildromantischen Donauabschnitt, welcher vor der Regulierung für seine gefährlichen Stromschnellen bekannt war. Zwischen der Burg und der ihr gegenüberliegenden Feste auf der Insel Wörth war im Mittelalter eine Kette zur Abfertigung der Flussmaut gespannt. Als die Maut in die flussaufwärts gelegene Stadt Grein verlegt wurde, verlor Burg Werfenstein an Bedeutung, wurde aber dennoch immer wieder von ihren wechselnden Besitzern als Wohnsitz genutzt.
Max Kahrer studierte zunächst Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien und führte seine Studien 1913/14 in München fort. 1903 zog er nach Klosterneuburg, wo er gemeinsam mit Egon Schiele, Ludwig Karl Strauch und Franz Rumpler das dortige Kunstleben bestimmte. Egon Schiele schuf mehrere Porträts seines Mentors und Freundes Max Kahrer und bespielte mit diesem 1908 eine Kollektivausstellung im Marmorsaal des Stiftes Klosterneuburg. Heute befinden sich Kahrers Werke in den Sammlungen des Belvedere Wien, des Stiftes Klosterneuburg und des Wien Museums.
