1951 Tragwein/Oberösterreich – 2003 Wien
- Titel
- ohne Titel (Mauritius, 1997)
- signiert
- verso „Mairwöger 97“
- Technik
- Öl auf Molino
- Maße
- 106×76 cm
Dieses farbintensive Werk entstand während Gottfried Mairwögers erstem Malaufenthalt auf Mauritius 1996/1997. Mairwögers gesamtes Schaffen hindurch waren ausgedehnte Reisen um die ganze Welt eine der wichtigsten Inspirationsquellen. Die fremden Kulturen, das einzigartige Licht und die verschiedenartigen Farben der fernen Länder waren Anstoß für zahlreiche Werkphasen und eine stete künstlerische Weiterentwicklung.
Das vorliegende Gemälde lässt sich Mairwögers „Indischgelb“-Serie zuordnen. Indischgelb, ein warmes Safrangelb, ist typisch für den indischen und südasiatischen Kulturraum und entspricht farblich dem Pulver der Kurkumawurzel. Auf Mauritius mit seiner großen indischen Bevölkerungsgruppe, ist diese Farbe häufig anzutreffen. Auch die vielfältige Flora und Fauna der Insel im indischen Ozean trug zum kräftigen Kolorit dieser Werkphase bei. Palmenstrände am tiefblauen Meer, üppige Regenwälder, hohe Wasserfälle, steile Berghänge und vulkanisches Gestein beeinflussten Gottfried Mairwögers Farbpalette jener Phase.
Die außergewöhnliche Struktur des Farbauftrages mit seinen kleinen Einsprengseln ist das Resultat eines tropischen Sprühregens. Mairwöger hatte das Bild nach dem Malprozess im noch feuchten Zustand ins Freie gelegt. Wasser vermag Ölfarbe zwar nicht zu lösen, aber punktuell zu verdrängen. So entstand durch den tropischen Regen eine einzigartige Textur der Bildoberfläche, welche direktes Zeugnis jener, für das Werk des berühmten Farbfeldmalers so bedeutenden, Reise ist.
