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Weiler, Max

Max Weiler Mittelmeerische Landschaft

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1910 Absam/Tirol – 2001 Wien

Titel
„Mittelmeerische Landschaft“
Zeit
1972
signiert
und datiert rechts unten "MWeiler 72", verso bezeichnet und datiert
Technik
Tempera auf Leinwand
Maße
40×60 cm

abgebildet in: A. Krapf u.a.: Max Weiler. Werkverzeichnis der Bilder von 1932 bis 1974, Salzburg 1974, Werkverzeichnis Nr. 736.

Max Weiler ist einer der bedeutendsten österreichischen Maler des zwanzigsten Jahrhunderts. Zahlreiche internationale Ausstellungen, prestigeträchtige Aufträge im öffentlichen Raum sowie namhafte Auszeichnungen künden von seinem Erfolg. 1937 nahm Weiler an der Weltausstellung in Paris teil, 1960 vertrat er Österreich auf der Biennale in Venedig, 1961 wurde ihm der Große österreichische Staatspreis verliehen. Von 1964 bis 1981 war Weiler Professor an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Weilers unverkennbare Bildsprache entstand aus einem nahezu spirituellen Dialog mit der Natur. Seine abstrakten, gestisch-expressiv gemalten Werke bezeichnete er selbst als „Neuschöpfung der Natur, ohne jeden Naturalismus, ein Neuhervorbringen von Baumartigem, Grasartigem, Wolkenartigem, Erdartigem, Blumenartigem, Luftartigem.“ In Weilers Landschaften steht nicht die Topografie im Fokus, sondern die sie mit Leben erfüllende Kraft der Natur. Keine statische Momentaufnahme, sondern ein Prozess, ein amorphes Wachsen und Verändern, ein organisches Ganzes.

Die „Mittelmeerische Landschaft“ gehört zur Werksgruppe der „Landschaften auf tönenden Gründen“, eine vom Künstler selbst gewählte Bezeichnung für die Schaffensphase von 1969 bis 1973, in welcher er nicht auf weiße, sondern verschiedenfarbige Bildflächen malte. Der mehrdeutige Begriff „tönend“ verweist auf die geheimnisvolle Kraft des farbigen Bildgrundes, welche der Komposition einen alles durchdringenden Grundton, eine einzigartige Hintergrundschwingung verleiht.

„Hatte ich bisher meine gefundenen Formen auf die weiße Bildfläche gemalt, so tauchte ich die Bildfläche nun in eine Farbe. Diese Macht der Farben, Naturstimmungen zu erzeugen, hatte ich fast vergessen, jetzt aber nützte ich sie neu aus. Ich musste zuerst aus rein praktischen Gründen einige Neuerungen dazuerfinden, so etwa konnte ich auf den farbigen Gründen die Kompositionen nicht mehr mit Bleistift zeichnen, weil man sie einfach nicht sah. Hier kann man sagen, kleine Ursache – große Wirkungen, denn diese weiße Zeichnung auf dem dunklen Grund ergibt ein weißes Netzwerk, das das Bild ins Immaterielle hebt.“ Max Weiler, 1974