1932 Innsbruck – 2011 Wien
- Titel
- „Lanzenreiter“
- Zeit
- 1963
- signiert
- und datiert rechts unten "Prachensky 63"
- Technik
- Tusche auf Papier
- Maße
- 70 × 50 cm
Dieses frühe Werk des renommierten österreichischen Malers Markus Prachensky entstand in jener bedeutenden Phase des Umbruchs, in welcher sich der junge Künstler seinen eigenständigen, unverwechselbaren Stil erarbeitete. Prachensky hatte an der Akademie der bildenden Künste Wien Malerei wie auch Architektur studiert. Seine frühesten Arbeiten waren noch aus geometrischen Motiven komponiert – mit dem Studienabschluss 1956 fand er jedoch zu einer intuitiven, fast kalligraphischen Strichführung, die ihn schließlich zu jenem Pionier der österreichischen Art Informel machte, als der er heute gefeiert wird.
„Ich wollte aus dem Raster des Geometrischen, in dem ich gefangen war, unbedingt heraus, wollte ausbrechen. Fast ein Jahr lang habe ich nur gezeichnet und dabei versucht, einen Gestus der Hand, man kann sagen: eine Hand-Schrift zu entwickeln, durch die ich frei werden, Freiheit gewinnen wollte. Nun hatte mich Rot immer schon fasziniert, ich wusste: Das ist die Farbe, in der ich mich ausdrücken kann. Die Farbe meines Lebens. Ja, das ist es: Schon sehr früh hatte ich die Vorstellung, Rot sei die Farbe meines Lebens.“ (Markus Prachensky, 2002)
Um 1963 – dem Entstehungsjahr der vorliegenden dynamischen Arbeit – setzte Prachensky die Farbe Rot erstmals mit Blau- und Schwarztönen in Kontrast. Stilistisch steht dieses mitreißende, frühe Werk der im Folgejahr geschaffenen Serie der „Lanzenreiter“ nahe, deren erste Ausformung es wohl darstellt.
