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Stoitzner, Josef

Josef Stoitzner Landschaft im Oberpinzgau

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1884 Wien – 1951 Bramberg/Pinzgau

Titel
„Landschaft im Oberpinzgau“
Zeit
um 1928
signiert
links unten: "Josef Stoitzner"
Technik
Öl auf Karton
Maße
43×43 cm

Josef Stoitzner – bekannter österreichische Maler, Sezessionist und Künstlerhausmitglied – entstammt der renommierten Künstlerdynastie der Stoitzner, in der er mit Abstand der Erfolgreichste war. 1884 in Wien als Sohn des akademischen Malers Konstantin Stoitzner geboren, studierte er 1904 bis 1906 an der Kunstgewerbeschule und von 1906 bis 1909 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Prof. Franz Rumpler, an welcher er ab 1932 selbst unterrichten sollte.

Stoitzner fand schon früh seinen eigenen Stil, der im Stimmungsrealismus des 19. Jahrhunderts wurzelt, blieb diesem treu und brachte ihn bis zur höchsten Perfektion. Seine Darstellungen sind äußerst präzise, nahezu graphisch-linear und geprägt von einem unverkennbaren Konturenstil. Innerhalb dieser klaren Bildtektonik agierte Stoitzner jedoch mit einem überraschend schwungvollen Pinselstrich.

Als Landschaftsmaler fand der Großstädter im Oberpinzgau eine ländliche Wahlheimat, in welcher er sich mehrere Monate des Jahres aufhielt. Schon 1902, als 18-jähriger, war Josef Stoitzner erstmals nach Bramberg (Bezirk Zell am See) gereist. 1909, in jenem Jahr, in welchem er Mitglied der Secession wurde, heiratete er die Bramberger Arzttochter Anna Millinger. Ab 1944 bis zu seinem Tod 1951 lebte Stoitzner schließlich ganzjährig in der idyllisch an der Salzach gelegenen Ortschaft.

Der Salzachgletscher – eine mächtige eiszeitliche Eiszunge – formte einst das heutige Salzachtal und hinterließ einen riesigen Ursee. Nach dessen Verlandung blieb der Fluss Salzach zurück, welcher durch zahlreiche Überschwemmungen und das wiederholte Wechseln seines Laufes Feuchtwiesen und Niedermoore schuf. Diese wurden im Pinzgau gerne als Pferdeweiden oder Streuwiesen (für die Einstreu der Ställe) genutzt. Auch nach der Flussregulierung des 19. Jahrhunderts blieben einige dieser Feuchtgebiete, Altarme und schilfbewachsene Uferzonen zurück und boten Josef Stoitzner einen unerschöpflichen Schatz an hervorragenden Motiven.

Das vorliegende stimmungsvolle Gemälde „Landschaft im Oberpinzgau“ gibt Josef Stoitzner nicht nur durch das quadratische Format als Künstler der Secession zu erkennen – augenfällig ist auch die Tendenz der Stilisierung der realen Landschaft zu einem geometrischen Ornament. Der Vorfrühling, Stoitzners bevorzugte Jahreszeit, bot dem Maler hierzu zahlreiche Gelegenheiten wie etwa die Monochromie der Landschaft, das vielfach verzweigte Astwerk vor dunklen Berghängen oder hellem wolkigen Himmel wie auch das nahezu überirdisch goldgelbe Licht der tiefstehenden Sonne.

Herausragende Gemälde wie dieses verdeutlichen, dass Josef Stoitzner zu Recht als einer der bedeutendsten österreichischen Landschaftsmaler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt. Dass diese Ansicht auch von seinen Zeitgenossen geteilt wurde, bestätigen etliche internationale Ausstellungen, u.a. in Berlin, München, Rom, Budapest, Warschau, Brünn, New York, Chicago und Toronto so wie die Beteiligung an unzähligen Schauen der Wiener Secession. Stoitzners Werke befinden sich heute u.a. im Belvedere Wien, im Wien Museum, der Albertina und im Leopoldmuseum.