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Berg, Werner

Werner Berg „Kegelbuben“ 1976

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1904 Wuppertal-Elberfeld – 1981 St.Veit/Jauntal

Titel
„Kegelbuben“
Zeit
1976
signiert
monogrammiert links unten "w.b."
Technik
Öl auf Leinwand
Maße
45,5 × 75,5 cm

Werner Berg-Werkverzeichnis Nr. 1084

vgl.: Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk, Inv.-Nr. 0813.

Das Kegeln war für viele Jahrhunderte eine beliebte Freizeitbeschäftigung der bäuerlichen Bevölkerung Kärntens. Auf Volksfesten und Märkten wurde auf Lehmkegelbahnen – im Freien errichtet und von Plankenwänden begrenzt – diesem Sport nachgegangen und meist um Geld gewettet. Auch so mancher Hof wurde auf diese Weise verspielt. Die Kegelbuben hatten die Aufgabe, die Kegel nach einem Treffer wieder aufzustellen und den Spielern die Kugeln zurückzurollen. Wurden ihre Dienste gerade nicht benötigt, warteten sie an die Holzwände gelehnt auf ihren nächsten Einsatz.

Werner Berg hatte 1931 den entlegenen Rutarhof in Unterkärnten erworben, um dort mit seiner Familie und dem Dichterfreund Kurt Sachsse ein einfaches Leben als Bauern zu führen. Der Ertrag des Hofes sollte ihm eine unabhängige künstlerische Tätigkeit ermöglichen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1981 malte Berg den bäuerlichen Alltag in seinem, vom deutschen Expressionismus inspirierten, Stil mit stark abgesetzten, intensiven Farben und betonten Konturlinien. „Gibt es Geheimnisvolleres als die Klarheit?“, dieses Zitat des französischen Philosophen Paul Valéry hatte Werner Berg bei der Findung seines, auf das Wesentliche reduzierten, Stils und während seines gesamten Künstlerlebens begleitet.

Das Motiv der Kegelbuben entwickelte Werner Berg in den 1960er und 1970er Jahren. Den Kontrast der vertikalen stehenden Figuren zu den horizontalen Holzwänden der Kegelbahn inszenierte Berg in einer Komposition von gespannter Ruhe und geheimnisvoller Strahlkraft. Ein vergleichbares Werk befindet sich im Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk.