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Geller, Johann Nepomuk

Johann Nepomuk Geller „Kaiser Franz Joseph I. vor dem Pavillon im Schönbrunner Tiergarten“

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1860 Wien – 1954 Weißenkirchen/Wachau

Titel
„Kaiser Franz Joseph I. vor dem Pavillon im Schönbrunner Tiergarten“
Zeit
Wien, um 1910
signiert
links unten "Joh. Nep. Geller"
Technik
Öl und Tusche auf Karton
Maße
50×70 cm

Dieses stimmungsvolle Gemälde des renommierten österreichischen Malers Johann Nepomuk Geller zeigt Kaiser Franz Joseph im Winter seines Lebens in einer der großen Alleen des weitläufigen Tiergartens im Schlosspark Schönbrunn. Im Hintergrund erkennt man den barocken Pavillon, der dem Kaiser und seiner Gemahlin Kaiserin Sisi einst als Frühstückssalon gedient hatte. Im Zentrum des sternförmigen Promenaden-Netzes gelegen, bot der Rundbau dem Herrscherpaar einen ausgezeichneten Blick auf die Tiere der Menagerie.

Dieses Werk schuf Geller 1910 im Zuge eines seiner wichtigsten Aufträge über insgesamt zehn Szenen aus dem Leben des Kaisers für den Prachtband „Viribus Unitis“. Die vom Wiener Verleger Max Herzig herausgegebene, buchgewordene Fürstenhuldigung erschien in drei Folgen – 1898, 1908 und 1910. Herzig beauftragte die besten Maler seiner Zeit mit der Fertigung der huldvollen Darstellungen des Kaisers. Die originalen Gemälde wurden abfotografiert und als Heliogravüren abgebildet.

Johann Nepomuk Geller hatte bereits für den Band von 1908 ein Bild des Kaisers geschaffen. Offenbar zum Gefallen des Auftraggebers, denn im Folgebuch von 1910 waren es – wie oben erwähnt – gleich zehn Darstellungen aus dem Leben Franz Josephs I. Diese Folge entstand anlässlich des 80. Geburtstags des Habsburger Herrschers. Eine besonders prachtvolle Version in Form einer opulenten Prunkkassette befand sich im Privatbesitz des Kaisers und wird heute in der Nationalbibliothek Wien aufbewahrt.

Johann Nepomuk Geller studierte von 1876 bis 1889 Malerei an der Akademie der bildenden Künste bei Christian Griepenkerl und Eduard Peithner von Liechtenfels. Bereits 1889 war Geller für das Kaiserhaus tätig, indem er mehrere Ansichten für das – von Kronprinz Rudolf in Auftrag gegebene – enzyklopädische Kronprinzenwerk fertigte. 1894 wurde Geller Mitglied des Wiener Künstlerhauses und 1900 Gründungsmitglied des Hagenbundes. 1904 erhielt er den Großen Kaiserpreis sowie die Silbermedaille der Weltausstellung St. Louis. 1918 wurde er mit dem Ritterkreuz des Franz Josefs-Ordens geehrt. 1919 schloss er sich dem Wachauer Künstlerbund an. Johann Nepomuk Geller starb 1954 in seiner Wahlheimat, Weißenkirchen in der Wachau, und gilt heute als einer der begnadetsten österreichischen Landschafts- und Architekturmaler des frühen 20. Jahrhunderts. Werke des Künstlers befinden sich in den Sammlungen des Belvedere Wien und des Wien Museums. Besondere Berühmtheit erlangte Geller für seine figurenreichen Szenen des Stadt- und Landlebens der Monarchie. Als Zeugnisse eines längst verlorenen Kaiserreiches und dem Alltag seiner Bewohner sind sie von historisch unschätzbarem Wert.

Wir freuen uns Ihnen mit dieser Darstellung des Kaisers in Schönbrunn das originale Gemälde präsentieren zu können, welches Geller 1910 für den bedeutenden imperialen Auftrag schuf.